Heulkräuter
Heulkräuter sind magische Pflanzen, deren trichterförmige Blüten bei Berührung einen durchdringenden, extrem hohen Ton ausstossen. Der Schrei kann Personen in der Umgebung augenblicklich betäuben. Trotz dieser gefährlichen Schutzreaktion sind sowohl die Blüten als auch die Wurzeln essbar. ## Grunddaten Art: Magische Pflanze, Nahrungsquelle und natürliche Schallfalle
Magische Kategorie: Natur- und Schallmagie
Herkunft: Noch nicht als Canon festgelegt
Vorkommen: Kultiviert oder aus transportierten Samen gezogen
Verwendbare Pflanzenteile: Blüten, Wurzeln und Samen
Gefährliche Pflanzenteile: Die lebende, ausgewachsene Pflanze
Bekannte Trägerin: Madra Kräuterfrost besitzt einen Beutel mit Heulkräutersamen
## Erscheinungsbild
Heulkräuter wachsen als niedrige, kräftige Stauden mit breiten blaugrünen Blättern. Ihre auffälligsten Merkmale sind die grossen violetten Trichterblüten. Die Blütenränder rollen sich nach aussen und enden in mehreren gebogenen Spitzen, die an kleine Hörner oder offene Ohren erinnern. Das Innere einer Blüte ist dunkler gefärbt und besitzt eine türkisfarbene bis blaugrüne Membran. Diese dünne Pflanzenhaut beginnt kurz vor einem Schrei sichtbar zu zittern. Der Ton entsteht nicht allein durch Luftbewegung, sondern durch eine magische Resonanz innerhalb der gesamten Pflanze. Die Wurzeln sind fleischig, dunkelviolett und spiralig eingerollt. Nach dem Ausgraben ähneln sie kleinen gewundenen Hörnern oder eingerollten Raupen. Die Samen besitzen eine ähnliche Spiralform, sind jedoch deutlich kleiner und härter.
Magische Eigenschaften
Der Schrei
Sobald eine lebende Heulkrautpflanze deutlich berührt, gedrückt, getreten, abgeschnitten oder aus dem Boden gezogen wird, spannt sich die Membran ihrer Blüte und erzeugt einen extrem hohen Ton. Der Schrei ist:
- deutlich höher als eine gewöhnliche menschliche Stimme
- schmerzhaft und desorientierend
- auch durch dünne Wände oder geschlossene Türen wahrnehmbar
- besonders gefährlich in Höhlen, kleinen Räumen und steinernen Gängen
- kein gesprochenes Wort und keine Form von Sprache
Der Ton betäubt nicht durch körperliche Wucht, sondern durch eine magische Überlastung des Gehörs und des Gleichgewichtssinns.
Resonanz mehrerer Pflanzen
Ein einzelnes Heulkraut erzeugt bereits einen gefährlichen Ton. In einem dicht bewachsenen Feld überlagern sich die Schreie mehrerer Pflanzen. Berührt eine Person beim Durchqueren wiederholt weitere Pflanzen, kann die Umgebung in eine beinahe ununterbrochene schrille Resonanz geraten. Die Pflanzen schreien nicht automatisch nur deshalb, weil ein benachbartes Heulkraut ausgelöst wurde. Starke Vibrationen, Stürze, Explosionen oder heftige Bewegungen können jedoch mehrere Pflanzen gleichzeitig reizen.
Magische Stille
Innerhalb eines Silence-Bereichs kann das Heulkraut zwar weiterhin sichtbar zittern, aber keinen wirksamen Ton erzeugen. Die Pflanze nimmt dadurch keinen Schaden und kann nach dem Verlassen des Bereichs erneut schreien. Wesen, die nicht hören können oder gegen die Deafened Condition immun sind, werden von der betäubenden Wirkung nicht erfasst. ## Samen und Kultivierung Heulkräutersamen können trocken und sicher in verschlossenen Stoff-, Leder- oder Glasbehältern transportiert werden. Solange die Samen nicht keimen, geben sie keinen Ton von sich und reagieren nicht auf gewöhnliche Berührung. Für natürliches Wachstum benötigen sie lockere Erde, Feuchtigkeit und ausreichend Wärme. Die Pflanze kann grundsätzlich auch ausserhalb ihres ursprünglichen Lebensraums kultiviert werden, sofern der Boden genügend Nährstoffe enthält.
Beschleunigtes Wachstum
Magie, welche natürliches Pflanzenwachstum beschleunigt, kann einen Heulkräutersamen innerhalb kurzer Zeit zu einer ausgewachsenen Pflanze heranwachsen lassen.
- Ein Effekt, der eine einzelne Pflanze wachsen lässt, betrifft einen Samen.
- Ein flächenwirkender Wachstumseffekt kann alle zuvor verteilten Samen im betroffenen Bereich gleichzeitig auskeimen lassen.
- Die Pflanzen wachsen dort, wo die Samen auf geeignetem Boden liegen.
- Auf nacktem Stein, Metall oder trockenem Sand entstehen höchstens kurze Triebe, sofern keine zusätzliche Magie den fehlenden Boden ersetzt.
Ein ausgestreuter Samenbeutel kann dadurch innerhalb weniger Augenblicke ein ganzes Heulkraut-Feld erzeugen. Das Feld eignet sich als Alarmanlage, Fluchthindernis oder nichttödliche Verteidigungszone, gefährdet jedoch Verbündete ebenso wie Gegner.
Ernte
Blüten
Die violetten Blüten sind essbar. Sie können vorsichtig am Stiel abgeschnitten werden, ohne die empfindliche innere Membran zu berühren. Unsachgemässes Schneiden löst den Schrei der Pflanze aus. Abgetrennte Blüten verlieren ihre magische Resonanz. Sie können roh gegessen, getrocknet oder als auffällige Zutat in Speisen verwendet werden.
Wurzeln
Die fleischigen Spiralwurzeln sind ebenfalls essbar. Das Ausreissen oder Ausgraben einer lebenden Pflanze löst jedoch fast immer ihren Schrei aus. Wer die Wurzeln ernten will, muss deshalb den Ton aushalten, die Pflanze vorher magisch zum Schweigen bringen oder aus sicherer Entfernung arbeiten. Nach der vollständigen Trennung vom Erdreich klingt die magische Resonanz der Pflanze ab. Die geernteten Wurzeln können gekocht, gebraten oder getrocknet werden.
Samen
Reife Samen entstehen in kleinen dunklen Kapseln unterhalb der Blüte. Das Öffnen einer Kapsel reizt die Pflanze weniger stark als das Ausreissen der Wurzel, kann bei unvorsichtiger Berührung jedoch ebenfalls einen Schrei auslösen. Trocken gelagerte Samen bleiben über lange Zeit keimfähig. Feuchtigkeit im Transportbehälter kann jedoch dazu führen, dass einzelne Samen vorzeitig austreiben.
Geschmack und Verwendung
Blüten: leicht süsslich, kühl und etwas säuerlich
Wurzeln: fest, erdig und mild würzig
Samen: nicht als gewöhnliches Nahrungsmittel geeignet Heulkräuter werden verwendet als:
- essbare Wild- oder Kulturpflanze
- natürliche Alarmanlage
- nichttödliche Falle
- Schutzbepflanzung um Lager, Gärten oder verborgene Zugänge
- Ablenkung bei Flucht oder Infiltration
- alchemistische Quelle für Schall-, Wahrnehmungs- oder Betäubungseffekte
Schnellreferenz
Drei Schlagwörter: schrill, betäubend, essbar Erster Eindruck: Eine auffällig violette Trichterblume mit eingerollten Rändern und ungewöhnlich fleischigen Wurzeln. Typischer Klang: Ein extrem hoher, schneidender Ton, der augenblicklich das Gleichgewicht raubt. Sicherster Umgang: Silence, Distanz oder vollständiger Gehörschutz. Besonderheit: Aus transportierbaren Samen kann mit Wachstumsmagie innerhalb kurzer Zeit ein ganzes Heulkraut-Feld entstehen.