Feendrachen

Feendrachen sind kleine, intelligente Dragons mit schillernden Schuppen und grossen, schmetterlingsähnlichen Flügeln. Sie sind für ihre angeborene Illusionsmagie, ihre unsichtbaren Streiche und ihre ausgeprägte Freude an Gesellschaft, Süssigkeiten und kleinen Schätzen bekannt.. Englisch (common): Faerie DragonEinbettung: Monster_faerie_dragons.jpg ## Grunddaten Art: kleine intelligente Dragon-Spezies
Grösse: ungefähr so gross wie eine Hauskatze
Körperbau: vierbeinig, geflügelt und leicht gebaut
Typischer Lebensraum: alte Wälder, verwunschene Haine und feyisch geprägte Landschaften
Sprachen: Draconic und Sylvan
Lebensweise: einzeln, paarweise oder in kleinen lockeren Gemeinschaften
Bekannter Vertreter: Gordo

Erscheinungsbild

Faerie Dragons besitzen einen schlanken, beweglichen Drachenkörper mit vier Beinen, einem langen Schwanz und zwei verhältnismässig grossen Flügeln. Ihre Flügel erinnern stärker an Schmetterlinge oder andere grosse Insekten als an die lederartigen Schwingen vieler grösserer Dragons. Der Kopf ist schmal und ausdrucksstark. Kleine Hörner, bewegliche Kämme oder lange fadenartige Fühler können die Gesichtszüge ergänzen. Die grossen Augen wirken aufmerksam und verraten häufig bereits, dass das Wesen einen neuen Streich plant. Besonders auffällig ist das breite, scharfzahnige Grinsen. Freude und Aufregung zeigen sich ausserdem durch schnelle Bewegungen des Schwanzes, flatternde Flügel und eine kaum unterdrückte Unruhe.

Die Flügel können Flecken, Augenmuster, helle Säume oder andere individuelle Zeichnungen tragen. Dadurch unterscheiden sich einzelne Faerie Dragons auch innerhalb derselben Altersfarbe deutlich voneinander.

Farben des Alters

Die Schuppenfarbe eines Faerie Dragons verändert sich im Laufe seines Lebens. Sie durchläuft die Farben des Regenbogens und ermöglicht dadurch eine ungefähre Einschätzung des Alters.

SchuppenfarbeUngefähres Alter
Rotbis 5 Jahre
Orange6–10 Jahre
Gelb11–20 Jahre
Grün21–30 Jahre
Blau31–40 Jahre
Indigo41–50 Jahre
Violettab 51 Jahren

Der Übergang geschieht allmählich. Während eines Farbwechsels können einzelne Schuppen bereits die neue Farbe zeigen, während andere noch dem früheren Farbton entsprechen. Die Farbe beschreibt ausschliesslich das Alter. Sie bestimmt weder Charakter noch moralische Haltung und besitzt keine Verbindung zu den chromatischen Drachenlinien.

Verhalten und Intelligenz

Faerie Dragons sind hochintelligent, neugierig und verspielt. Sie beobachten ihre Umgebung genau und interessieren sich besonders für Reisende, ungewöhnliche Magie, neue Geschichten und alles, was sich für einen harmlosen Streich eignet. Viele Faerie Dragons bleiben zunächst unsichtbar und verfolgen Fremde aus sicherer Entfernung. Ihre Anwesenheit verrät sich dann häufig nur durch:

Die meisten Streiche sollen überraschen, verwirren oder zum Lachen bringen. Faerie Dragons empfinden Freude daran, die Reaktionen anderer zu beobachten. Werden sie jedoch ernsthaft bedroht oder angegriffen, verschwindet ihre spielerische Stimmung schnell. Sie sind nicht grundsätzlich leichtsinnig. Hinter ihrem vorwitzigen Verhalten steht ein scharfer Verstand, der Gefahren, Stimmungen und soziale Spannungen oft früher erkennt, als ihr Auftreten vermuten lässt.

Angeborene Magie

Faerie Dragons besitzen von Geburt an eine enge Verbindung zu Illusion, Unsichtbarkeit und feyisch geprägter Magie. Diese Fähigkeiten entwickeln sich mit zunehmendem Alter weiter. Junge Faerie Dragons erzeugen vor allem kleine Lichter, Geräusche und einfache Trugbilder. Ältere Exemplare können immer komplexere Illusionen hervorrufen, Wahrnehmungen beeinflussen und ihre Umgebung für kurze Zeit vollständig verändert erscheinen lassen. Sehr alte Faerie Dragons sind dazu fähig, nicht nur einzelne Bilder, sondern ganze Landschaftseindrücke zu formen. Die ältesten bekannten Exemplare können sogar die Gestalt anderer Lebewesen annehmen. Ihre Magie wirkt meist verspielt, kann jedoch zur Tarnung, Flucht, Verteidigung und zum Schutz ihres Reviers äusserst wirkungsvoll eingesetzt werden.

Unsichtbarkeit

Die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, gehört zu den wichtigsten Eigenschaften der Spezies. Faerie Dragons nutzen sie häufig und selbstverständlich. Unsichtbarkeit dient ihnen nicht nur dazu, Feinden zu entkommen. Sie verwenden sie ebenso, um:

Ein Faerie Dragon entscheidet selbst, wann er sich zeigt. Freundlichkeit, Humor und ein interessantes Geschenk erhöhen die Wahrscheinlichkeit deutlich.

Euphorischer Atem

Faerie Dragons besitzen eine ungewöhnliche Form des Breath Weapon. Statt Feuer, Eis oder Gift erzeugen sie eine Wolke, die bei betroffenen Wesen starke Euphorie, Verwirrung und Orientierungslosigkeit auslösen kann. Die Betroffenen verlieren zeitweise ihre Konzentration, reagieren unkoordiniert oder wandern in benommener Heiterkeit umher. Faerie Dragons setzen diesen Atem meist ein, um:

Die Wirkung ist nicht harmlos, wird von der Spezies aber gewöhnlich nicht mit tödlicher Absicht eingesetzt.

Lebensraum

Faerie Dragons bevorzugen alte, artenreiche Wälder und andere Landschaften, in denen natürliche und feyische Magie eng miteinander verbunden sind. Geeignete Lebensräume besitzen häufig:

Sie wählen ihre Wohnorte nicht nur nach Schutz und Nahrung aus. Ein Gebiet muss auch interessant sein. Vollkommen abgelegene Wälder ohne Besucher können einem geselligen Faerie Dragon auf Dauer zu langweilig werden. Reisewege, kleine Siedlungen oder feyische Treffpunkte in der Nähe eines sicheren Verstecks sind daher besonders attraktiv.

Reviere und Verstecke

Das Revier eines Faerie Dragons ist meist kleiner als das eines grossen Dragons. Es kann aus einer Lichtung, einem Waldstück, einem Garten oder einer überwucherten Ruine bestehen. Als Versteck dienen:

Die Verstecke werden mit weichen Materialien, glänzenden Fundstücken und persönlichen Schätzen ausgestattet. Viele Faerie Dragons verändern ihr Nest regelmässig und dekorieren es nach Stimmung oder Jahreszeit. Ein Revier wird selten durch offene Gewalt verteidigt. Fremde verirren sich stattdessen auf falschen Wegen, hören irreführende Geräusche oder entdecken ihre Ausrüstung an einem unerwarteten Ort wieder.

Nahrung

Faerie Dragons sind Allesfresser, bevorzugen jedoch süsse und aromatische Nahrung. Besonders beliebt sind:

Sie fressen ausserdem Insekten und kleine Tiere, wenn es notwendig ist. Ein gutes Gebäck ist jedoch meist wirkungsvoller als jede Jagd, wenn man ihre Aufmerksamkeit gewinnen möchte.

Schätze

Faerie Dragons besitzen eine echte drakonische Vorliebe für Schätze. Ihr Verständnis von Wert unterscheidet sich jedoch häufig von dem grösserer Dragons. Sie sammeln unter anderem:

Ein wertloses Schmuckstück kann für einen Faerie Dragon bedeutender sein als ein Goldstück, wenn es ungewöhnlich aussieht oder mit einer guten Erinnerung verbunden ist. Auch Geschichten, Lieder und Geheimnisse können als Schatz betrachtet werden.

Gesellschaft

Faerie Dragons sind gesellig, leben aber nicht zwingend in festen grossen Gruppen. Viele bewohnen ein eigenes kleines Revier und besuchen regelmässig benachbarte Artgenossen, Fey oder vertraute Humanoids. Treffen mehrerer Faerie Dragons können laut, chaotisch und voller Illusionen sein. Geschichten werden ausgeschmückt, Streiche verglichen und kleine Schätze getauscht. Ältere Faerie Dragons werden nicht allein wegen ihres Alters als Anführer betrachtet. Ihr umfangreicheres magisches Wissen und ihre Erfahrung verschaffen ihnen jedoch häufig besonderen Respekt. Konflikte innerhalb der Spezies werden eher durch Wettbewerbe, Täuschungen oder gegenseitige Streiche ausgetragen als durch ernsthafte Kämpfe.

Bindungen zu anderen Wesen

Faerie Dragons können enge und dauerhafte Beziehungen zu anderen intelligenten Wesen entwickeln. Besonders wichtig sind dabei Vertrauen, Humor und die Anerkennung ihrer Selbstständigkeit. Eine Bindung entsteht häufig durch:

Ein Faerie Dragon ist kein Haustier. Auch wenn er dauerhaft bei einer Person lebt oder sie als Familiar begleitet, bleibt er ein eigenständiges intelligentes Wesen mit eigenen Entscheidungen. Eine besonders enge Bindung kann dazu führen, dass ein Faerie Dragon nahezu ständig auf der Schulter oder in der Nähe seiner Bezugsperson bleibt.

Verhältnis zu Fremden

Reisende werden zunächst meist beobachtet und geprüft. Faerie Dragons reagieren positiv auf Personen, die:

Misstrauen entsteht bei:

Wer ihre Freundschaft gewinnt, kann wertvolle Informationen über ein Gebiet, verborgene Wege oder lokale Gefahren erhalten. Faerie Dragons beobachten wesentlich mehr, als sie Fremden zunächst verraten.

Kommunikation

Faerie Dragons sprechen Draconic und Sylvan. Untereinander können sie sich zusätzlich auf magische Weise verständigen. Auch ihre Körpersprache ist sehr ausdrucksstark:

Selbst ohne gemeinsame Sprache lässt sich ihre Stimmung daher häufig gut erkennen.

Gefahren und Verteidigung

Faerie Dragons suchen selten einen offenen Kampf. Ihre geringe Körpergrösse macht direkte Auseinandersetzungen mit grösseren Gegnern gefährlich. Bei Bedrohung setzen sie auf:

Wer einen Faerie Dragon unterschätzt, kann lange Zeit gegen einen Gegner kämpfen, den er weder sieht noch sicher lokalisieren kann. Wer ihn jedoch ernsthaft verletzt, begegnet nicht mehr dem verspielten Trickster. Ein bedrohtes Tier kann ausgesprochen rachsüchtig, vorsichtig und geduldig werden.

Verhältnis zu grösseren Dragons

Faerie Dragons sind echte Dragons, bilden jedoch eine eigenständige kleine Spezies. Sie gehören nicht zu den chromatischen, metallischen oder gem Dragon-Linien. Grössere Dragons reagieren sehr unterschiedlich auf sie. Manche betrachten sie als unterhaltsame Verwandte, Boten oder harmlose Gäste. Andere empfinden ihre Streiche als respektlos und dulden sie nicht in ihrem Revier. Faerie Dragons selbst zeigen häufig eine Mischung aus Neugier, Vorsicht und drakonischem Selbstbewusstsein. Sie wissen, dass sie körperlich unterlegen sind, betrachten sich deshalb aber nicht als weniger echte Dragons. Sie können drakonische Wesen und magische Resonanzen offenbar sehr fein wahrnehmen. Gordo erkannte beispielsweise an Cruella eine drakonische Verbindung, bevor deren genaue Bedeutung offenlag.

Einordnung in Orbis Ardanis

Faerie Dragons existieren innerhalb der Kampagnenwelt, ihre genaue kosmologische Herkunft ist jedoch noch nicht als Canon festgelegt. Ihre Nähe zu feyischer Magie, ihre Sprache und ihr bevorzugter Lebensraum legen eine Verbindung zum Feywild nahe. Ob sie dort entstanden, von dort in die materielle Welt gelangten oder eine eigenständige drakonische Linie bilden, bleibt offen. Ebenso ist noch nicht entschieden, ob sie mit einer bestimmten Gottheit, einem Archfey oder einer der grossen drakonischen Linien verbunden sind. Bis zu einer ausdrücklichen Canon-Entscheidung gelten sie als eigenständige kleine Dragon-Spezies mit starker feyischer Prägung.

Bekannter Vertreter

Gordo

Gordo ist ein junger roter Faerie Dragon und der ständige Begleiter von Naeris. Er ist hyperaktiv, neugierig, vorwitzig und aussergewöhnlich loyal. Gordo versucht regelmässig, Naeris aus seiner zurückhaltenden Art herauszulocken. Während der Ereignisse in der Celestial Academy reagierte Gordo auf Cruellas verborgene drakonische Natur. In der Nähe der Scaleheart Cradle wurde er ungewöhnlich ruhig, während das Artefakt schwache Impulse aussandte.

Schnellreferenz

Drei Schlagwörter: verspielt, unsichtbar, farbenprächtig Erster Eindruck: Ein katzengrosser Dragon mit Schmetterlingsflügeln, scharfzahnigem Grinsen und deutlich zu vielen Ideen. Typischer Lebensraum: alte und feyisch geprägte Wälder Bekannt für: unsichtbare Streiche, Illusionen und euphorischen Atem Bevorzugte Schätze: Süssigkeiten, Gebäck, kleine glänzende Gegenstände und gute Geschichten Besonderheit: Die Schuppenfarbe verändert sich mit dem Alter. Bekannter Vertreter: Gordo

Quelle im öffentlichen Player Vault: 04_Kreaturen_und_Gegenstaende/01_Bestiarium/01_Drachen_und_Drakonische_Wesen/Feendrachen