S23-2 - Erste Prüfung
Einordnung
Kampagne: The Masketiers Spielercharaktere: Cruella, Elyas, Pock, Valk Zeitpunkt: Session 23, Teil 2 – 14.05.2026 Ort: Dimension der ersten Prüfung Beteiligte Personen: Die Masketiers, Mimics und ein Nothic Erzählperspektive: Wechselnde personale Erzählperspektive mit Schwerpunkt auf Pock und Valk
Ausgangslage
Die Masketiers betreten die von den jungen Sphinxen angekündigte Prüfung. Dort werden sie zunächst mit vermeintlichen Reichtümern verführt, während ein grünäugiges Wesen im Hintergrund auf seine Gelegenheit wartet.
Geschichte
Die erste Prüfung
Als die Abenteurer durch das Portal schritten, wurden sie von dunkler Kälte und der Stille einer einsamen Höhle empfangen. Vor sich fanden sie eine seltsam durchscheinende Wand, die wie ein erstarrter Wasserfall aussah, bei dem einfach die Zeit angehalten wurde. Dann, still und unscheinbar, konnten sie etwas wie ein grosses grünes Auge jenseits dieser Wand ausmachen. Es sprach nicht und antwortete nicht auf die Fragen der Abenteurer, doch als Cruella den goldenen Ring von Dragongaze als Wegzoll anbot, verschwand es und aktivierte einen Mechanismus, der die durchscheinende Wand – allem Anschein nach ein Tor – öffnete.
Die Gruppe betrat den zweiten Raum mit stiller Neugier auf das Aussehen des seltsamen Türstehers. Doch sie fanden auch die Höhle dahinter menschenleer auf.
«Schatztruhen!», hauchte plötzlich Pocks Stimme und der bärtige Mann klebte an der Wand.
«Was?»
Die Gruppe versammelte sich um Pock. Durch eine schmale Spalte in der Felswand konnten sie einen Raum erkennen, das mit Schatztruhen vollgestellt war. Der Magier versuchte sich erfolglos durch die Spalte zu zwängen. «Ach, zur Hölle damit!», rief er aus und mit einem Plop erschien er im Herzen des Schatzraumes.
Schon viel besser, sagte sich Pock und rieb sich freudig die Hände. Hinter sich hörte er Valks Stimme rufen: «Sei vorsichtig! Lass dich nicht verführen! Denk dran, was die Sphinxe gesagt haben!»
«Ja, ja, ja!», winkte der Aasimar ab. Der Junge war viel zu ängstlich! Er würde sich ja nur kurz herumsehen! Was war denn schon dabei?
Er öffnete die erste Truhe und seine Augen glänzten, als er den Berg an Goldmünzen erblickte. «Pock», schimpfte Cruella scharf, «lass. Dich. NICHT. Verführen!»
Doch er hörte sie nicht. Stattdessen stopfte er gierig seine Taschen und öffnete die nächste Truhe. Gold! Silber! Platin in der nächsten Truhe! Geschliffene Juwelen, so gross wie Pocks Fäuste! All die Kostbarkeiten lagen einfach da und warteten bloss darauf, von ihm eingesteckt zu werden! Fassungslos starrten Valk und Cruella durch die Felsspalte und beobachteten, wie ihr für gewöhnlich gewitzter Gefährte dem Zauber unterlag. Wie dem Wahnsinn verfallen, lachte der Magier freudig, wärend er mehr und mehr und mehr Schatztruhen öffnete und Reichtümer in die mittlerweile unnatürlich gewölbten Taschen stopfte.
«Meine Mage Hand funktioniert nicht!» Leise Verzweiflung schwang in Valks Stimme.
«Lass mich!», knurrte Cruella und pfefferte einen gut gezielten Fire Bolt durch den Spalt. Doch das Projektil verpuffte nur wenige Meter vor Pock.
«Das gibt's doch nicht!», rief die Tiefling empört, ehe sie selbst mit einem Plop in den Raum teleportierte und wütend zu Pock stampfte.
Valk beobachtete die Szene durch den Spalt und wandte sich an den Artificer: «Elyas! Wir müssen –» Mitten im Satz hielt er inne. Seine Nackenhaare stellten sich auf – etwas läutete die Alarmglocken in ihm.
Gerade noch rechtzeitig erblickte er das Wesen an der Decke – ein Monster mit zu vielen Reisszähnen und einem grünen Auge, das beinahe den gesamten Kopf einnahm. Es hing kopfüber und grünlicher Sabber drohte auf Elyas zu tropfen. Valk packte Elyas und riss ihn zurück. Das Monster, das sich fallen liess, verfehlte den Tüftler nur um wenige Sekunden. Es hisste wütend in einer fremden Sprache und griff den fluchenden Rogue sogleich mit seinen Klauen an. Flink, stellte Valk grimmig fest. Dem Hieb des ersten Arms konnte er zwar noch knapp ausweichen, doch den zweiten bemerkte er zu spät und bescherte ihm drei klaffende Wunden an seiner Seite. Das Monster bleckte vergnügt die Zähne und das Schwarz in dessen Auge weitete sich.
«Aaargh!» Wie ein Blitz durchfuhren Valks Kopf lähmende Schmerzen; als ob etwas im Inneren seines Gehirns pulsierend aus seinem Schädel auszubrechen versuchte. Dann, wie aus dem Nichts, schlugen zwei weitere Hiebe auf ihn ein und er torkelte einige Schritte zurück.
Ein lauter Knall ertönte und das Monster wurde an die Wand geschleudert; Elyas hatte seine Waffe gezogen und eines seiner alchemischen Gifte auf das Wesen gefeuert. Das Monster lag am Boden, kreischte wütend vor Schmerz – doch der Artificer liess es nicht aus den Augen, wärend er Healing Word murmelte und Valks Wunden linderte. «Danke», keuchte Valk zu Elyas.
Die Lage war dennoch denkbar schlecht. Elyas und Valk waren auf sich allein gestellt – Cruella und Pock waren jenseits der Gesteinswand und dem Lärm nach zu urteilen ebenfalls in einem Kampf verwickelt. Elyas war durch und durch ein Fernkämpfer. Und Valk selbst? Er war noch nie ein sonderlich guter Kämpfer, aber könnte er die notwendige Barriere zwischen Monster und Elyas bilden? – Zumindest für so lange, bis Verstärkung eintraf? Er schüttelte den törichten Gedanken aus dem Kopf. Das Biest war zu schnell, die Kampffläche zu offen und zu leer – ganz zu schweigen von diesem betäubenden mentalen Angriff. Er hätte keine Chance gehabt.
Er rannte zurück, von wo sie herkamen. Wenn er lange genug überstehen wollte, musste er das tun, was er am besten konnte: Sich verstecken, und in einem unerwarteten Augenblick aus dem Verborgenen zuschlagen, um dann wieder dafür zu sorgen, dass alle ihn aus ihren feindseligen Augen verlieren. Er passierte den Torbogen, wo einst die gläserne Tür stand, und bog aus der Sichtlinie hinaus in eine Ecke ein. Er drückte sich in den Schatten an die Wand und begab sich in die schützende Umarmung der Dunkelheit. Nur einen Augenblick später sprintete das Monster hinein. Valks Griff um seine Waffen wurde fester. Geduldig wartete er, dass das Monster innehielt und einen perfekten Augenblick für den Überraschungsangriff präsentierte. Doch noch rannte es unbeirrt. Bald, bald müsste er… müsste er doch…
Das Monster stand nun vor ihm; Valks Augen weiteten sich ungläubig. Die scharfen Klauen schossen vor und bohrten sich tief in die Eingeweide des Rogues. Mit einem kurzen, erstickten Stöhnen sank er zu Boden, ehe es ihm schwarz vor die Augen wurde. Als Valk wieder zu sich kam, sah er nur Schwarz um sich. Er wusste nicht, wo er war oder wie er hierher gekommen war – er schwebte einfach, und in seiner dösigen Benommenheit begegnete er diesen Fragen mit vollkommener Gleichgültigkeit.
In seinen Augenwinkeln bemerkte er ein strahlendes, weisses Licht. Es rief ihn zu sich. Wie eine Motte wurde er magnetisch ins Licht gezogen und zu Valks Erstaunen löste das Licht angenehme Wärme und geruhsame Friedlichkeit in ihm aus. Er fühlte, wie im Angesicht des Lichts Sorgen, Pflichten, Ängste, Erwartungen, Begehrungen und alle sonstigen Bürden wie Säcke von ihm abfielen und er spürte, wie eine Leichtigkeit und ein Gefühl des Glücks sein Herz füllten. Es ist okay. Alles ist gut. Alles ist gut so… In der Entfernung konnte er Stimmen ausmachen, die in einer unbekannten Sprache tuschelten. Er wusste instinktiv, dass sie über ihn sprachen. Über ihn und sein Schicksal. Umschlungen in der warmen, elysischen Umarmung des Lichts kümmerte das ihn nun herzlich wenig. Sollten sie doch. Das alles ging ihm nichts mehr an…
«POCK!», hörte der Abenteurer eine wütende Frauenstimme bellen. Doch Pock wusste seine Prioritäten richtig zu setzen und widmete sich stattdessen der Frage, wie er das rosa funkelnde Juwel in der Grösse eines ganzen Huhns in die Taschen packen sollte.
Plötzlich verblasste der Glanz und das Juwel schien Schleim abzusondern. Zähne wuchsen aus den Truhenrändern und ehe sich Pock versah, hatte ein Mimic ihn mit einem Haps verschlungen. Erst im Gaumen des Mimics konnte sein Verstand sich vom Zauber wachrütteln. Leicht verärgert schnippte er mit dem Finger. Doch nichts passierte. Genervt schnippte er einige weitere Male, bis er es aufgab und sich richtig verärgert mit dem Schwert befreite.
«Zauber funktionieren nicht!» Cruella wich einem weiteren Mimic aus und holte einen Dolch hervor. Ihre Augen glimmerten kurz silbern, dann rammte sie den Dolch geschickt in den Mimic vor ihr. «True Strike geht!»
Zwischen dem Krächzen und Fauchen der Mimics konnte Pock entferntes Kampfgeschrei ausmachen. Offenbar waren Elyas und Valk ebenfalls in einem Kampf verwickelt; sie beeilten sich besser. Pock liess sein Schwert auf die falsche Truhe niedersausen und sah zufrieden zu, wie die grünen Flammen des Schwertes das Fleisch des Mimics sengten. Green-Flame Blade funktionierte! Seite an Seite streckten Pock und Cruella die drei Mimics nieder und rannten sofort zur Lärmquelle in der Entfernung. Ein Monster mit langen Klauen schlug unablässig mit seinen langen Klauen Holzsplitter aus einer massiven Tür heraus und versuchte durchzubrechen. Die Holztür indessen leuchtete mit dem altbekannten Schimmer von Mending – jemand reparierte aktiv die Tür von der anderen Seite aus.
Cruella torpedierte sofort das Monster mit Agonizing Blasts. Mit einem markerschütternden Kreischen drehte sich das Monster um und fixierte Cruella mit seinem Auge. Pock erkannte das grüne Auge wieder. Es war dasselbe Auge, das sie hinter der Glastür sahen. Elyas nutzte die Gelegenheit und feuerte durch die ausgehöhlte Tür auf das Monster, ehe Pock ihm den Schädel spaltete. Als die Kreatur auf den Boden aufschlug und reglos liegen blieb, breitete sich Stille aus. Die Masketiers atmeten erleichtert aus. Die Gefahr war gebannt.
Und doch… ein ungutes Gefühl beschlich Pock. «Wo ist Valk?», fragte er Elyas.
Der Artificer wischte sich die Stirn, ehe er überfragt die Hände hob: «Ich weiss nicht. Er rannte dort entlang zum Eingang. Hab ihn seither nicht mehr gesehen.»
«Valk?», rief Pock aus und eilte in die Richtung, in die Elyas zeigte. Er fand Valk vor, reglos in einer Blutlache liegend, und rannte zu ihm. Er drehte den Rogue auf den Rücken und pumpte mehrere Heilzauber in den zerschundenen Körper – doch sie waren wirkungslos. Das Herz sackte dem Magier in die Hose. «Valk ist gefallen!», schrie er zurück.
Elyas und Cruella rannten herbei. Verstört musterte Cruella den leblosen Körper ihres Gefährten, wärend Elyas sich neben Valk in die noch warme Blutlache kniete. Mit einer stoischen Ruhe legte der Artificer eine Hand auf Valks Brust, wärend er die andere in eine seiner Gürteltaschen ruhen liess. Er murmelte konzentriert Worte – den Revivify-Zauber – wärend die beiden Warlocks kaum zu atmen wagten.
Valk schwebte im Licht, die wispernden Stimmen ignorierend, als er plötzlich neue Stimmen vernahm. Er konnte nicht ausmachen, was sie sagten, doch der Kummer und das Leid, die in den Stimmen mitschwangen, lösten ihrerseits Sorge und leise Panik in Valk aus. Er wusste, dass es die Stimmen seiner Freunde, seiner Familie, seiner Liebsten waren; sie mussten in Not sein. Er versuchte, zu den Stimmen zu eilen – was auch immer ihnen Leid antat, er musste es beseitigen! Er musste sie schützen, ihnen helfen, unterstützen! Doch es war nicht einfach, sich vom magnetischen Licht loszureissen.
«Eòghan!», donnerte plötzlich eine tiefe Stimme und die drakonischen Silben hallten in der Leere: «Deine Zeit ist noch nicht gekommen!»
Als ob der Bann nun gebrochen war, vermochte er sich vom Licht loszureissen. Wie in einem Sog zog es ihn zurück in die Dunkelheit, den notleidenden Stimmen seiner Freunde entgegen.
Als Valk benommen die Augen aufschlug, sah er Elyas, Pock und Cruella über sich gebeugt, alle drei Gesichter mit einem gespenstisch starren, bleichen Ausdruck. Cruella schrie ihn mit kreischender Stimme an: «MACH DAS NIE WIEDER!» Sie wandte einen Heilzauber an, doch die pochende Wange verriet, dass sie ihn vermutlich mit einer saftigen Ohrfeige geweckt hatte. Sie packte ihn am Kragen – oder was davon noch übrigblieb – und schüttelte ihn: «Mach das NIE, NIE, NIE WIEDER, hörst du?!» Valk stöhnte vor Schmerz; die Wunden waren nicht verheilt, der Kopf brummte und nun hatte er zudem ein schmerzhaftes Klingeln im Ohr. Elyas schob Cruella sanft, aber bestimmt zur Seite und flösste dem Verwundeten einen Heiltrank ein. Pock übernahm anschliessend und heilte den geschundenen Körper des Rogues, bis er wie neu geboren war.
Valk richtete seinen Oberkörper auf und versuchte sich zu orientieren. Durch die Risse im blutbesudelten Hemd schien gesunde, unversehrte Haut hindurch, wie frisch gepellt. Elyas, Cruella und Pock hingegen waren in Schweiss, Dreck und Blut gebadet – teilweise seinem Blut, wie Valk mutmasste, als er die Blutlache registrierte, in der er lag.
«Geht's dir gut? Ist nun alles in Ordnung mit dir?», fragte Pock. Mit seinen schwarzen Flügeln und ungewöhnlich bleichen Ausdruck sah er nun wahrlich wie ein Todesengel aus.
«Ja… ja.»
Elyas sass rechts von ihm auf dem Boden und lehnte sich ausgelaugt an die Steinwand.
«Ich… äh… war tot, nicht wahr? Danke fürs Wiederbeleben», sagte er verlegen.
«Gern geschehen», antwortete Elyas müde, «aber nimm dir Cruellas Worte zu Herzen – zumindest für heute. Ich kann dir nicht helfen, wenn du nochmal stirbst, weil ich keine Magiereserven dafür mehr habe.»
«Okay. Ich werde vorsichtiger sein.»
Sie blieben einige Minuten sitzen. Valk, einerseits durch die plötzliche Aufmerksamkeit und Fürsorge peinlich berührt, andererseits zutiefst dankbar für ihre Hilfe, bestand murmelnd darauf, zumindest die Kleider seiner Freunde mit Prestidigitation zu säubern.
«Versprich mir, dass du nie, nie mehr von meiner Seite weichst. Hast du verstanden?!» Eindringlich sprach Cruella auf Valk ein. Noch immer schien sie erschüttert.
«Haha. Das wär' ein Problem, denn das ist so ziemlich genau sein Job!», warf Pock ein. Er lachte, doch die eingefallenen Augen blickten sie bloss müde an.
«Das ist mir egal! Du weichst nicht von meiner Seite. Basta!»
«Äh, ja. Ich geb mein Bestes», versprach Valk mit einem ausweichenden Lächeln.
Valk folgte seinen Freunden tiefer in die Höhle. Wortlos schritt er am toten Körper des grünäugigen Monsters vorbei und schauderte unwillkürlich beim Anblick der langen Krallen. «Ist dir kalt?», fragte Cruella sofort.
«Äh, was? Nein, nein! Alles okay. Mach dir keine Sorgen!»
Die Tiefling widersprach nicht, doch Valk meinte ihren prüfenden Blick im Nacken zu spüren. Eine grosse, unberührte Truhe, deren Schloss Valk geschickt aufbrach, zog glücklicherweise die Aufmerksamkeit aller zu sich – und weg von Valk. Während Pock und Elyas sich begeistert über die Schatztruhe beugten, hielt sich der Rogue im Hintergrund, seine eigene Hand und Finger anstarrend. Prüfend öffnete und schloss er die Finger zu einer Faust.
Seit er wiederbelebt wurde, fühlte er sich nicht wie sich selbst an. Die Realität fühlte sich komisch an. Er war insgeheim erleichtert, dass er das Schloss überhaupt knacken konnte. Denn sein eigener Körper kam ihm fremd vor – wie ein falscher Handschuh, der nicht ganz passt. Nervös blickte er um sich. Er wusste nicht, ob er es sich einbildete, doch er fühlte sich beobachtet – falls er denn den Sinnen dieses schlecht eingepassten Körpers glauben durfte. «Ähm. Denkt dran, wir sind immer noch in dieser Prüfungssituation. Wir sollen uns nicht verführen lassen…»
«Natürlich. Und als Resultat hatten wir das Augenmonster und die Mimics bekämpfen müssen!» Pock schaute nicht von der Truhe auf, aber winkte lässig in Valks Richtung ab.
«Genau», pflichtete Elyas bei, «wir haben die Fallen getriggert, die Monster sind jetzt tot. Die Warnung meinte mit höchster Wahrscheinlichkeit ihren Angriff. Ich sehe daher nicht ein, warum die Warnung noch gelten soll.»
Valk massierte sich unsicher den Unterarm. «Und was, wenn doch…?»
Erst als auch die letzte Silbermünze in die neu gefundene Dimensionstasche gestopft wurde, verliessen sie den Raum und marschierten zielstrebig zur Tür gegenüber. Valk erkannte den Truhenraum wieder, in den sich Pock zunächst hineinteleportiert hatte – sie befanden sich nun lediglich auf der gegenüberliegenden Seite. Auch hier fanden sie unangetastete Truhen, welche die zwei jetzt leerten. Seufzend marschierte Valk zurück und blickte die Treppe hinauf – der einzige Weg, der von hier weiterführte. Ein seltsames, pulsierendes Licht war am Ende dieser Treppe und er fühlte sich ihr angezogen.
«Hey», sprach er die drei im Truhenzimmer an, «ich geh kurz schauen, wohin die Treppe hier führt.»
«Du willst allein gehen?», fragte Cruella kritisch.
«Öh. Ja. Nur kurz auskundschaften und so. Während ihr hier beschäftigt seid.»
«Warte.» Cruellas Absätze klopften auf dem Stein, als sie eilig zu ihm schritt. «Nimm das!» Geschickt fädelte sie einen Ring of Protection – vermutlich gerade erst in irgendeiner Truhe gefunden – über Valks Finger. «Und sei ja vorsichtig!», schärfte sie ihm ein.
«Natürlich!»
Leisen Schrittes huschte Valk die Treppe hoch, wärend er den Ring von seinem Finger zog und in eine Tasche steckte. Er hatte ein ungutes Gefühl bei diesen Schätzen, vermochte allerdings nicht zu sagen weshalb. Er konnte nur hoffen, dass er lediglich wie auf Nadeln war und sich die Gefahr einbildete. Die Alternative – dass der Schatz seine Freunde verfluchen oder die unversöhnliche Wut der Sphinxe auf sich rief – wagte er kaum sich auszumalen.
«Bin das nur ich oder verhält sich Valk… seltsam?» Elyas richtete seinen Hut, als er zur Tür blickte, durch die Valk verschwand.
«Natürlich!», entgegnete Pock barsch, «welcher Rogue stellt sich bei all diesen Reichtümern einfach in eine Ecke und lässt die anderen die Schätze einstecken? Er versucht sogar, uns beim Plündern zu hindern! Mit Worten wie «Lasst euch nicht verführen»-Blabla!» Der bärtige Mann rieb sich die Stirn. «Wenn ich's nicht besser wüsste, würde ich glauben, der Junge hätte sich einen bösen Kopfschaden zugezogen.»
«Er war nie… sonderlich kleptomanisch.» Cruella stützte ihr Kinn gedankenverloren mit ihren Fingern. «Jedenfalls weitaus weniger geldgierig, diebisch oder skrupellos, als gewöhnliche Vertreter seiner Klasse…»
Elyas hob beschwichtigend die Hände. «Warten wir erstmal ab und beobachten. Wir dürfen nicht vergessen: Valk war tot. Ich habe gelesen, dass Menschen mit Nahtoderlebnissen oft etwas Zeit brauchen, bis sie wieder sich selbst sind. Manche haben sogar eine permanente Persönlichkeits- und Gesinnungsänderung…» Cruella und Pock tauschten besorgte Blicke aus, worauf Elyas hastig ergänzte: «Aber nur in seltenen Fällen! Lasst uns in Ruhe beobachten und dann sehen wir weiter!»
Nachwirkung
Was hat sich für die Gruppe verändert: Valk wird von dem Nothic getötet und von Elyas mit Revivify zurückgebracht. Der dafür verwendete Diamant im Wert von 500 GP wird verbraucht. Wichtige Erkenntnisse oder Gefühle: Valk erlebt zwischen Tod und Wiederbelebung ein warmes Licht und hört eine drakonische Stimme, die ihn Eòghan nennt. Nach seiner Rückkehr fühlt sich sein Körper fremd an, während Cruella, Elyas und Pock deutlich erschüttert reagieren. Bedeutung für spätere Ereignisse: Die Gruppe setzt die Prüfung fort, beobachtet Valk jedoch aufmerksam. Valk selbst bleibt gegenüber den Schätzen und der noch nicht abgeschlossenen Prüfung misstrauisch.