Session 20 - Aufbruch nach Aquaria

Übersicht

Nach der Rettung von Osterion Orilen erhielten die Masketiers erstmals Antworten auf sein Verschwinden. Osterion hatte in Faerûn mit Gilbarin Sparkgleam an planar-mechanischen Phänomenen, Drachenmagie und einem damals noch unbekannten Kristall gearbeitet. Ein fehlgeschlagener Übergang brachte ihn nach Ardania und kostete ihn einen Arm sowie ein Auge. Die Gruppe kehrte anschliessend nach Azura'Keth zurück. Über Tansa und Rolfud gelangte sie in den Club Lower Look, wo sie mit Slip Zirdaan über eine Passage nach Aquaria verhandelte. Der Preis betrug 300 GP pro Person und einen nicht näher bestimmten zukünftigen Gefallen.

Auf Aquaria schlossen sich Cruella, Valk, Pock und Elyas der Piratencrew der Rubbish Sailor an. Bereits während der ersten Tage auf See mussten sie das Schiff gegen einen Leviathan und später gegen eine untote Piratencrew auf einem Geisterschiff verteidigen.

Beteiligte Spielercharaktere

Wichtige NPCs

Frühstück im Dragon Gaze Manor

Der Morgen nach Osterions Rückkehr begann ungewöhnlich still. Beim gemeinsamen Frühstück sass Valk seinem Vater erstmals seit Jahren in einem sicheren Umfeld gegenüber. Die Wiederbegegnung war weder einfach noch vollständig versöhnlich. Osterion sprach vorsichtig und wirkte unsicher, wie viel Nähe ihm zustand. Valk wiederum wusste nicht, wie er mit einem Vater umgehen sollte, den er verloren geglaubt hatte und der ihm nun gleichzeitig vertraut und fremd erschien. Zarethra blieb an Osterions Seite. Cruella hielt sich zunächst bei ihren drakonischen Begleitern auf, wurde jedoch zum Gespräch geholt, als Osterion begann, seine Geschichte zu erzählen.

Osterions Forschung in Faerûn

Osterion war in Faerûn als Forscher tätig. Er gehörte einem Konsortium an, das sich mit planar-mechanischen Erscheinungen und Drachenmagie beschäftigte. Zu seinen damaligen Kontakten gehörte Professor Gilbarin. Über ihn erhielt Osterion Hinweise auf einen ungewöhnlichen Kristall in einem Drachenhort. Die Substanz war zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Khalite bekannt. Osterion brach allein auf, um den Fund zu untersuchen. Seine Erinnerungen an den entscheidenden Moment waren lückenhaft:

Er wusste nicht, wie lange der Übergang gedauert hatte. Für Osterion waren nur wenige Jahre vergangen, während Valk und Zarethra wesentlich länger ohne ihn gelebt hatten. Damit wurde klar, dass Osterion seine Familie nicht freiwillig verlassen hatte. Er war auf eine ähnliche Weise zwischen den Welten verloren gegangen wie später die Masketiers.

Die sieben Schuppen

Cruella zeigte Osterion die bisher gesammelten Drachenschuppen. Er reagierte schweigend und erkannte, dass die Gruppe in ihrer Suche bereits weiter gekommen war, als er es selbst je geschafft hatte. Osterion war jedoch nicht in der Lage, die Gruppe nach Aquaria zu begleiten. Seine Verletzungen, die notwendige Erholung und seine Verpflichtung gegenüber den Kobolden banden ihn vorerst an Ardania. Die Vision der schwarzen Drachenschuppe, die Aussagen der Schmuggler und die Hinweise auf Portale führten dennoch zu einer klaren Entscheidung: Die Masketiers würden nach Aquaria reisen.

Rückkehr nach Azura'Keth

Die Gruppe kehrte durch das Portal nach Azura'Keth zurück. Ihr erstes Ziel war The Hanging Lantern, wo Valk am Vortag Tansa und Rolfud belauscht hatte. Valk erkannte die beiden Schmuggler in einem tiefer gelegenen Bereich der Taverne. Sie spielten mit zwei weiteren Gästen ein Würfelspiel. Cruella und Elyas verliessen die Taverne, um Ausrüstung für Aquaria zu beschaffen. Valk und Pock setzten sich dagegen zu den Schmugglern, bestellten Getränke und mischten sich in das Spiel ein. Valk spielte bewusst die Rolle eines sorglosen Reisenden mit zu viel Geld. Während die Würfel fielen und Rolfud zunehmend betrunken wurde, lenkten sie das Gespräch langsam auf Aquaria.

Tansa bestätigte, dass es Portale und Kontakte gab, über die man die Wasserwelt erreichen konnte. Der Transport war jedoch teuer und riskant. Ein weiteres Treffen wurde für denselben Abend im Lower Look vereinbart.

Schlägerei in der Hanging Lantern

Das Gespräch endete abrupt, als Rolfud bei der Aussicht auf einen gewinnbringenden Auftrag aufsprang und seinen Bierkrug durch den Raum schleuderte. Der Krug traf einen unbeteiligten Gast. Innerhalb weniger Augenblicke entwickelte sich eine unübersichtliche Tavernenprügelei. Tansa und Rolfud verschwanden im entstehenden Chaos. Pock geriet mitten in die Schlägerei, während Valk versuchte, die Situation zu kontrollieren. Als ein besonders aggressiver Gast auf Valk losging, brachte Valk ihn mit gezieltem Einsatz seiner Fähigkeiten bewusstlos zu Boden. Der Wirt griff daraufhin ein und beendete die Auseinandersetzung. Die Gruppe fand anschliessend wieder zusammen und bereitete sich weiter auf eine Reise nach Aquaria vor.

Verhandlungen im Lower Look

Am Abend begaben sich die Masketiers in die unteren Ebenen Azura'Keths. Tansa und Rolfud führten sie in den Lower Look. Der Club war ein Treffpunkt des organisierten Untergrunds. Bewaffnete Personen standen im Raum, während Gespräche und Geschäfte in gedämpfter Atmosphäre geführt wurden. Im hinteren Bereich traf die Gruppe auf Slip Zirdaan. Der schneckenartige Händler kontrollierte das Portalgeschäft und zeigte nur wenig Interesse an den Namen oder Motiven der Fremden. Slip verlangte zunächst deutlich mehr Geld, als Tansa zuvor angedeutet hatte. Pock widersprach und verwies auf die bereits getroffenen Abmachungen. Nach längeren Verhandlungen einigte man sich auf:

Der Gefallen wurde weder zeitlich noch inhaltlich festgelegt. Hinter einer bewachten Tür lag ein magisches Portal. Es wurde von einem angeketteten Magier betrieben, dessen leerer Blick zeigte, dass er nicht freiwillig dort arbeitete. Die Gruppe entschied sich dennoch, den Übergang zu nutzen.

Ankunft auf Aquaria

Der Übergang endete in einem nächtlichen Hafen auf Aquaria. Salz, Fisch, Gewürze und fremde Aromen lagen in der Luft. Zwischen Zelten, Kisten und Schiffen bewegten sich Händler, Seeleute und Gestalten aus zahlreichen Kulturen. Tansa und Rolfud trennten sich dort von der Gruppe. Elyas fand auf einem Markt fein gemahlenen Perlenstaub, der sowohl als magischer Fokus als auch als Rauschmittel gehandelt wurde. Er verhandelte mit einer älteren Zwergenhändlerin und probierte eine Portion gemeinsam mit ihr. Die Gruppe erwog kurz, ein eigenes Schiff zu erwerben. Zeit, Kosten und fehlende Erfahrung sprachen jedoch dagegen. Stattdessen beschlossen die Masketiers, sich einer bestehenden Crew anzuschliessen.

Anheuern auf der Rubbish Sailor

Vor einem Piratenschiff wartete eine Reihe möglicher Rekruten. Pock drängte sich ohne Zögern an der Schlange vorbei und stellte sich direkt vor die anwerbenden Piraten. Sein selbstbewusstes Verhalten gefiel ihnen. Cruella, Valk und Elyas folgten, und die Gruppe wurde an Bord aufgenommen. Die Rubbish Sailor war ein sichtbar oft repariertes Schiff. Unterschiedliche Holzarten, ungleiche Nägel und eine Flagge mit Tieflingschädel und zwei Salatblättern gaben ihr ein ungewöhnliches Erscheinungsbild. Trotzdem war das Schiff seetüchtig und wurde von einer erfahrenen Crew geführt. Captain Wrench war ein wortkarger Tiefling, dessen Autorität aus Erfahrung und Berechenbarkeit entstand. Seine Second in Command Miss Porto erklärte die Regeln und verteilte die Aufgaben.

Die Masketiers wurden nicht als Gäste behandelt. Sie mussten Deck schrubben, Netze flicken, Wache halten und sich in den Alltag der Crew einfügen. Vor dem Ablegen schworen sie einen einfachen Eid auf die Regeln des Schiffs. Hinter dem Ohr jedes Gruppenmitglieds erschien daraufhin ein magisches Piratenzeichen.

Angriff des Leviathans

Am ersten Morgen auf See bemerkte Valk eine unnatürliche Bewegung im Wasser. Die Wellen formten sich nicht zufällig, sondern gezielt. Ein gewaltiger Leviathan erhob sich neben dem Schiff. Sein Körper bestand aus verdichtetem Wasser, seine Augen leuchteten rot, und eine schwere Waffe aus alten Ankern und verrostetem Metall bildete sich in seinen Händen. Gewöhnliche Angriffe fanden kaum Halt in seiner Wasserform. Stahl glitt hindurch, während Magie nur begrenzte Wirkung zeigte. Cruellas Angriffe rissen Teile aus der Gestalt und zwangen das Wesen, sich neu zu formen. Pock hielt Verbündete auf den Beinen, während Elyas die Struktur des Gegners beobachtete und seine Kräfte gezielt einsetzte. Schliesslich verlor der Leviathan seine Form und zerfiel wieder ins Meer.

Captain Wrench erklärte später, es habe sich vermutlich um ein junges Wesen gehandelt, das sein Revier verteidigte. Der Angriff war weniger eine geplante Jagd als eine Warnung vor der Macht Aquarias.

Alltag an Bord

Nach dem Kampf kehrte die Crew schrittweise zu ihren Aufgaben zurück. Pock arbeitete eng mit den Seeleuten und gewann dadurch Anerkennung. Valk beobachtete die Mannschaft, sprach mit erfahrenen Crewmitgliedern und erfuhr mehr über Captain Wrench. Wrench galt als fair, gut zahlend und berechenbar. Er gehörte keinem grossen Piratenzirkel an und hielt sich bewusst aus grösseren politischen Strukturen heraus. Miss Porto zeigte Pock später Grundlagen der Navigation. Sie erklärte ihm, wie Wind, Strömung und Steuerung zusammenspielten und wie ein Schiff geführt wurde, ohne gegen das Meer zu kämpfen.

Der folgende Nebel

Während der weiteren Reise blieb ein ungewöhnlicher Nebel stets in derselben Entfernung zum Schiff. Cruella schickte ihren Familiar hinein. Die Verbindung brach beim Eintritt sofort ab und kehrte kurz darauf zurück. Der Familiar besass keine Erinnerung daran, was im Nebel geschehen war. Damit war klar, dass der Nebel nicht unmittelbar tötete, sondern Verbindungen und Wahrnehmung unterbrach. Später flackerte grünes Licht im Nebel. Dennoch näherte er sich nicht weiter. Die Crew blieb aufmerksam, Captain Wrench verweigerte jedoch jede panische Reaktion. In Gesprächen erfuhr die Gruppe ausserdem von alten Geschichten über Drachenkröten und einen bronzenen Drachen, der einst Teile der Meere Aquarias beherrscht haben soll.

Das Geisterschiff

Am nächsten Morgen verschwand der Nebel. Stattdessen lag plötzlich ein grosses, dunkles Schiff direkt vor der Rubbish Sailor. Es wirkte real und gleichzeitig falsch. Angriffe gingen durch seinen Rumpf hindurch, als bestünde er nicht aus echtem Holz, sondern aus einer geisterhaften Erinnerung. Seile flogen auf das Deck der Rubbish Sailor. Untote Piraten schwangen herüber und griffen die Crew an. Ihre Körper leuchteten kalt grünlich-weiss. Ein untoter Captain blieb auf dem Geisterschiff und verstärkte seine Mannschaft. Weitere Angreifer erreichten das Deck, während ein gegnerischer Zauberwirker Cruella mit Blight schwer verletzte. Cruella schützte Elyas in einem entscheidenden Moment mit durchscheinenden drakonischen Flügeln. Valk griff aus Deckung an und wechselte zwischen Klingen und magisch verstärkten Schüssen.

Pock band mehrere Gegner im Nahkampf. Radiantes Licht erwies sich gegen die Untoten als besonders wirksam, obwohl er selbst mehrfach schwer getroffen wurde und nur noch über geringe Reserven verfügte. Elyas unterstützte die Gruppe mit präzisen Fire Bolts. Später wechselte er als einziges Gruppenmitglied aktiv auf das Geisterschiff und kämpfte dort zeitweise allein weiter.

Zerstörung des Geisterschiffs

Der Kampf endete, als Pock den untoten Captain besiegte. Mit dessen Niederlage begann sich das Geisterschiff sofort aufzulösen. Planken, Reling und Deck verschwanden, ohne ein Wrack zurückzulassen. Elyas verlor unter sich den Boden und stürzte ins Leere. Im letzten Moment rettete er sich mit Gaseous Form vor dem Fall ins Meer. Auch die übrigen Untoten verloren ihren Halt in der Welt. Die Manifestation verschwand vollständig und hinterliess weder Beute noch sichtbare Überreste. Die Rubbish Sailor blieb beschädigt, aber schwimmfähig. Ihre Crew und die Masketiers hatten den Angriff überlebt.

Wichtige Enthüllungen

Ergebnisse und Konsequenzen

Stand am Ende der Session

Masketiers: Auf Aquaria und als Teil der Crew der Rubbish Sailor unterwegs. Slip Zirdaan: Hat die Passage ermöglicht und besitzt nun Anspruch auf einen zukünftigen Gefallen. Osterion Orilen: Erholt sich im Dragon Gaze Manor und bleibt vorerst in Ardania. Rubbish Sailor: Beschädigt, aber seetüchtig; Kurs auf Black Wake Atoll. Geisterschiff: Vollständig aufgelöst; Herkunft und Zweck weiterhin unbekannt.

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