Osterion Orilen
## Grunddaten Spitzname, Rufname: Osterion
Titel: —
Spezies: High Elf
Alter: Unbekannt
Geschlecht: Männlich
Herkunft: Neverwinter, Faerûn
Wohnort: Derzeit Dragon Gaze Manor; zuvor mehrere Jahre in Tharnket
Beruf / Funktion: Gelehrter und Forscher für drakonische Artefakte, Drachenmagie und planar-mechanische Phänomene
Aussehen
Ursprüngliche Erscheinung
Vor seinem Verschwinden war Osterion eine ältere, reifere und etwas strengere Version dessen, was sein Sohn Valk später wurde. Die Verwandtschaft wäre für Aussenstehende rasch erkennbar gewesen.
- ein langes, schmales Gesicht
- hohe Wangenknochen
- schmale Schläfen
- eine moderat definierte Kieferlinie
- ein glattes, natürlich schmales Kinn ohne Furche oder Grübchen
- kühl blaugraue bis silbergraue Augen
- eher gerade Brauen, die sich beim Denken leicht zusammenzogen
- eine gerade, feine und schmale Nase
- einen schmalen, kontrollierten Mund mit leichter Asymmetrie bei trockener Belustigung
- aschblondes bis silbrig dunkelblondes oder schmutzig weissblondes Haar
- lange, elegant geformte High-Elf-Ohren
Valks Nase, Augenform, prüfender Blick und Teile seiner feinen Gesichtsarchitektur stammen deutlich von Osterion. Valks Ohren entsprechen einer kürzeren, menschlich abgeschwächten Form jener seines Vaters.
Erscheinung nach den Verletzungen
Der unvollständige Dimensionswechsel kostete Osterion einen Arm, ein Auge und Teile seines Gesichts. Jahre von Verletzung, chronischem Schmerz, Entbehrung, Operationen und arkaner Veränderung haben sein früheres Erscheinungsbild überlagert, aber nicht vollständig ausgelöscht. Unter den Narben, eingefallenen Partien und mechanisch-magischen Eingriffen bleibt der lange, ehemals feine elfische Knochenbau erhalten. Sein Gesicht wirkt heute schärfer, asymmetrischer und härter, jedoch nicht grundsätzlich breiter oder grobschlächtiger. Der verlorene Arm wurde durch eine grosse mechanisch-magische Prothese aus dunklem Metall, Bronze und grünlich oxidierten Bauteilen ersetzt. Auch die beschädigte Gesichtshälfte wurde rekonstruiert; auf dieser Seite leuchtet ein künstliches orangefarbenes Auge.
Sein verbliebenes natürliches Auge ist weiterhin kühl blaugrau bis silbergrau. Es besitzt dieselbe Form und denselben unbequemen, prüfenden Blick wie Valks Augen. Seine aktuelle Kleidung ist funktional und mehrfach repariert. Sie besteht aus widerstandsfähiger Forscher- und Reisekleidung, einem dunklen grünen Mantel sowie Taschen für Werkzeuge, Notizen und Proben. Tinten-, Metall- oder geringe Brandspuren können an Händen und Kleidung sichtbar sein. Seine Armprothese und die rekonstruierte Gesichtshälfte stammen aus der Werkstatt von Velarion Sahlkar. Die Konstruktionen wirken grob und beinahe drakonisch, reagieren jedoch ausserordentlich präzise auf Osterions Bewegungen.
Familienähnlichkeit
Valk gleicht nicht primär dem zerstörten Osterion, den er in Ardania wiederfand. Er gleicht dem Mann, der Osterion vor seinem Verschwinden war.
- das verbliebene natürliche Auge
- die Form der Brauen
- die gerade schmale Nase
- die Konzentration auf kleine Details
- den einseitig angehobenen Mundwinkel bei trockener Belustigung
- die unbewegte Haltung während intensiven Nachdenkens
Zarethra Orilen erkennt diese verschüttete Ähnlichkeit leichter, weil sie Osterions unversehrtes Gesicht kannte. Für Valk selbst erscheint sie nur fragmentarisch und kann emotional belastend wirken.
Bildreferenz: unversehrter Osterion
- keine Narben oder deformierte Haut
- kein verlorenes oder künstlich leuchtendes Auge
- keine arkane Armprothese
- keine kristalline oder monströse Veränderung
- keine schwere oder heroische Rüstung
- elegante, funktionale Gelehrten- und Forscherkleidung
- dezente arkane oder akademische Details
- aufrechte, zurückhaltende und leicht distanzierte Präsenz
- klar erkennbare Ähnlichkeit zu Valk in Gesicht, Haar, Blick und Mimik
Hintergrund und Verbindungen
- Zarethra Orilen: Seine menschliche Ehefrau. Osterion hielt es lange für beinahe unmöglich, sie wiederzusehen. Ihre Wiedervereinigung im Dragon Gaze Manor war unmittelbar, überwältigend und von jahrelanger Sehnsucht geprägt.
- Eòghan Filarion Orilen: Sein Sohn. Osterion ist die Quelle von Valks elfischen Merkmalen und seiner angeborenen arkanen Begabung. Er verschwand, als Eòghan noch wesentlich jünger war, und verpasste einen grossen Teil seines Lebens.
- Gilbarin Sparkgleam: Leitete das Forschungskonsortium, dem Osterion in Faerûn angehörte. Gilbarin rekonstruierte später mithilfe von Osterions zurückgebliebenen Notizen Teile seiner Forschung und löste damit den Dimensionswechsel des Dragon Gaze Manor aus.
- Velarion Sahlkar: Rettete Osterions Leben, versorgte ihn mit mechanisch-magischen Körperteilen und nahm ihn für ungefähr ein Jahr im Uroboros Tower auf.
- Chief Rootha und die Kobolds von Tharnket: Gewährten ihm über mehrere Jahre Schutz, Gemeinschaft und Zugang zu drakonischen Überlieferungen. Osterion empfindet ihnen gegenüber eine tiefe persönliche Schuld.
- Ssilvara Kaerith: Neutralisierte das verzögert wirkende Gift von Selathra und rettete Osterion nach seiner schweren Verwundung.
Beziehung zu Valk
Die Beziehung zwischen Osterion und Valk ist ungeklärt und emotional widersprüchlich.
- Wut über die verlorenen Jahre
- Neugier auf Osterions Geschichte und Wissen
- Sehnsucht nach einer Beziehung, die nie entstehen konnte
- Misstrauen gegenüber zu schneller Nähe
- die schmerzhafte Erkenntnis, dass Osterion ihn nicht freiwillig verlassen hatte
- Irritation über die sichtbaren Ähnlichkeiten zwischen ihnen
Osterion spricht seinen Sohn zunächst instinktiv mit Eòghan an. Für ihn ist dies der Name des Kindes, zu dem er zurückkehren wollte. Valk besteht jedoch darauf, Valk genannt zu werden. Osterion respektiert diese Korrektur inzwischen und versucht, den Namen Valk zu verwenden. Der Namenskonflikt bleibt dennoch bestehen, weil er mehr als eine blosse Anrede berührt: Er steht für Osterions verlorene Vergangenheit und Valks selbst geschaffene Identität. Osterion fordert keine Vertrautheit ein. Er versucht, durch Geduld, Verlässlichkeit und gemeinsame Tätigkeiten eine Beziehung aufzubauen. Valk bestimmt, wie schnell und wie weit diese Annäherung möglich wird.
Osterion vertraut auf Beobachtung, sorgfältige Dokumentation und nachvollziehbare Zusammenhänge. Er schliesst göttliche oder metaphysische Einflüsse nicht aus, betrachtet sie jedoch als Phänomene, die untersucht werden müssen, statt als ausreichende Erklärung. Für ihn besitzt Wissen einen praktischen Zweck: Es soll Leben schützen, verlorene Menschen zurückführen und verhindern, dass gefährliche Entdeckungen erneut unkontrolliert Schaden anrichten. Osterion war in Neverwinter Mitglied eines von Gilbarin geleiteten Forschungskonsortiums. Die Gruppe untersuchte planar-mechanische Phänomene, drakonische Artefakte, alte Drachenmagie und ungewöhnliche Kristalle. Nach seinem Dimensionswechsel war Osterion keiner festen Organisation mehr angeschlossen. Während seiner Jahre in Tharnket wurde er jedoch Teil der örtlichen Gemeinschaft.
- Masketiers
- Zarethra Orilen
- Valk
- Gilbarin Sparkgleam
- Velarion Sahlkar
- Chief Rootha
- Ssilvara Kaerith
- Selathra als frühere unmittelbare Bedrohung
Persönlichkeit und Darstellung
Analytisch, behutsam, standhaft. Osterion spricht ruhig, bedacht und meist präzise. Bei Forschungsthemen wird er ausführlicher und trennt klar zwischen Beobachtung, Vermutung und gesicherter Erkenntnis. In persönlichen Gesprächen ist er deutlich unsicherer. Er wählt seine Worte vorsichtig, versucht die fehlenden gemeinsamen Jahre nicht mit schnellen Erklärungen zu überdecken und akzeptiert Grenzen, ohne sofort nach einer Begründung zu verlangen. Trockene Belustigung zeigt sich meist nur in einem leicht einseitigen Anheben des Mundwinkels.
Wissenschaftliche Wirkung
Osterions Gelehrsamkeit zeigt sich in seinen Gewohnheiten, nicht in einer stereotyp „intelligenten“ Erscheinung.
- fokussiert Gegenstände oder Probleme länger, als gesellschaftliche Höflichkeit erlaubt
- lässt seine Augen zwischen Einzelheiten springen, während Kopf und Körper beinahe unbeweglich bleiben
- vergisst beim Denken, sein Gesicht für andere lesbar zu machen
- wirkt gedanklich oft bereits mehrere Schritte weiter
- ordnet nur dort streng, wo die Ordnung einem Zweck dient
- vernachlässigt während intensiver Arbeit Kleidung, Schlaf oder gesellschaftliche Erwartungen
- trägt häufig Tinten-, Metall- oder geringe Brandspuren an Händen und Arbeitskleidung
- Setzt sich bei schwierigen Gesprächen leicht versetzt statt direkt gegenüber.
- Beobachtet zunächst, bevor er Fragen stellt.
- Wartet ab, wenn sein Gegenüber nicht sprechen möchte.
- Zerlegt und wartet seine Armprothese regelmässig selbst.
- Nutzt für feine Arbeiten eine blassblaue Mage Hand.
- Kontrolliert unbewusst die Verbindungen seiner Prothese, wenn er nervös ist.
- Wirkt bei drakonischen Artefakten sofort konzentrierter und blendet seine Umgebung teilweise aus.
- Seine Blicke suchen Valk häufig, halten ihn jedoch nie fest.
- Wirkt in der Nähe seiner Familie zugleich dankbar und beinahe beschämt, als wüsste er noch nicht, wie viel Raum ihm nach seiner Rückkehr zusteht.
- Zeigt dieselbe unbewegte Konzentration und dieselbe prüfende Augenbewegung wie Valk.
Bisheriger Lebensweg
Das Forschungskonsortium in Faerûn
Osterion arbeitete in Neverwinter gemeinsam mit einem von Gilbarin Sparkgleam geleiteten Konsortium. Der Forschungsschwerpunkt lag auf drakonischen Artefakten, alten Drachenstätten sowie Verbindungen zwischen Drachenmagie und planar-mechanischen Phänomenen. Gilbarin stiess auf Hinweise zu einem unbekannten Kristall, der sich keinem Material Faerûns zuordnen liess. Osterion verfolgte diese Spur und reiste allein zu einem Drachenhort, in dem weitere Fragmente vermutet wurden. Bei dem Material handelte es sich tatsächlich um Khalite aus dem Orbis Ardanis. Wie es nach Faerûn gelangt war, blieb ungeklärt.
Der Dimensionswechsel
Osterions Erinnerungen an den entscheidenden Moment sind unvollständig. Er erinnert sich an den Kristall, Teile eines Rituals, eine plötzlich einsetzende Resonanz und den Übergang selbst. Das Khalite öffnete keine gewöhnliche planare Verbindung. Es riss Osterion unmittelbar aus der Kosmologie Faerûns nach Ardania. Der Übergang verlief unvollständig. Ein Arm, ein Auge und ein Teil seines Gesichts wurden nicht sauber mittransportiert. Osterion erreichte Ardania schwer verletzt und ohne Orientierung. Teile seiner Notizen blieben in Faerûn zurück. Gilbarin fand später mithilfe dieser Aufzeichnungen weiteres Khalite und löste damit denselben Übergang in grösserem Massstab aus. Dadurch wurden das Dragon Gaze Manor und seine Bewohner nach Ardania versetzt.
Die Moonfree Desert
Osterion erwachte in der Moonfree Desert. Trotz seiner schweren Verletzungen überlebte er lange genug, um von Nomaden gefunden zu werden. Sie versorgten ihn notdürftig und brachten ihn nach Vorthan's Watch. Dort gelangte er in die Obhut von Velarion Sahlkar.
Das Jahr bei Velarion
Velarion stabilisierte Osterions Zustand und ersetzte die verlorenen Körperteile durch mechanische und magische Konstruktionen. Ohne diesen Eingriff wäre Osterion gestorben. Osterion blieb ungefähr ein Jahr im Uroboros Tower. Er half Velarion bei Experimenten, Übersetzungen, Reparaturen und Untersuchungen. Velarion interessierte sich besonders für Osterions fremde Herkunft, den unvollständigen Dimensionswechsel und die Frage, wie ein Wesen aus einer unabhängigen Kosmologie nach Ardania gelangen konnte. Osterion war Velarion für seine Rettung dankbar, blieb gegenüber dessen dunkleren Experimenten jedoch vorsichtig.
Jahre in Amunas
Nach seiner Erholung verliess Osterion Vorthan's Watch und reiste nach Amunas. Er hoffte, durch drakonische Artefakte und Drachenschuppen einen Weg zurück nach Faerûn zu finden. Schliesslich gelangte er nach Tharnket, wo ihn die Kobolds aufnahmen. Dort verbrachte er mehrere Jahre mit dem Studium von Drachenschuppen, örtlichen Überlieferungen und drakonischen Überresten. Er versuchte während dieser Zeit wiederholt, einen Rückweg zu finden. Keiner seiner Ansätze funktionierte. Für ihn waren seit seinem Verschwinden nur wenige Jahre vergangen.
Wiederbegegnung mit den Masketiers
Als die Masketiers nach Amunas kamen, erkannte Osterion seinen Sohn unter ihnen. Er beobachtete die Gruppe zunächst aus der Entfernung, weil er nicht wusste, wie Valk auf seine Rückkehr reagieren würde. Während des Kampfes gegen den grünen Drachen Selathra griff Osterion ein und fing einen gezielt gegen Valk gerichteten Giftangriff ab. Er wurde durch die Wucht des Angriffs schwer verletzt und mit einem verzögert wirkenden Drachengift infiziert.
Die Kobolds von Tharnket erkannten ihn sofort und stabilisierten seinen Zustand. Als er kurz zu sich kam, suchte er seinen Sohn und sprach dessen Geburtsnamen aus: „Eòghan.“
Die Masketiers holten Ssilvara Kaerith, der das Gift schliesslich neutralisierte.
Rückkehr zur Familie
Nach seiner Heilung wurde Osterion in das Dragon Gaze Manor gebracht. Dort begegnete er nach langer Trennung seiner Frau Zarethra Orilen wieder. Als Valk ihm sagte, dass seine Mutter ebenfalls in Ardania sei, wollte Osterion trotz seiner Schwäche nur noch zu ihr. Zarethra lief ihm entgegen, und ihre Wiedervereinigung liess keinen Zweifel daran, dass beide über all die Jahre aneinander festgehalten hatten. Die Begegnung mit Valk verlief vorsichtiger. Beim ersten gemeinsamen Frühstück wirkte Osterion dankbar und beinahe beschämt. Er erklärte, dass sein Verschwinden ein Unfall gewesen sei und er wiederholt versucht habe zurückzukehren.
Als ihm die Masketiers ihre gesammelten Drachenschuppen zeigten, erkannte Osterion, dass die Gruppe in der Suche nach der drakonischen Wahrheit bereits weiter gelangt war als er selbst.